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Siberia - Ann Halam

  • 11. März 2016
  • 3 Min. Lesezeit

Alaé Mellyn!

Gestern war ich in der Bibliothek und habe mal ein ganz anderes Buch für euch besorgt. Beziehungsweise, ich habe mir viele neue Bücher ausgeliehen, aber das ist anscheinend etwas besonderes. Völlig ohne crazy Liebesgeschichte und heiße Typen, der einzige Kerl, welcher ein bisschen spannend ist, stellt sich als böse heraus. Halt, ich weiß was ihr denkt. Kein heißer Bad Boy. Auch kein Loki, Daemon oder Patch. Leider einfach nur ein Böser junger Mann. Jetzt ist es auch noch Science Fiction, wobei alles auch real sein könnte und das hält einen das ganze Buch lang fest an den Seiten. Wenn man kleine Anspielungen versteht, kann man aus den Zeilen lesen, wo die Geschichte gerade spielt und auch wenn alles mit Schnee bedeckt ist müssen wir daran denken, dass das durchaus mal passieren könnte. Die Handlung ist ziemlich simpel, wie bei vielen Romanen geht es um eine Wanderung zu einem Bestimmten Ziel und auf dem Weg begegnet der Protagonist oder die Protagonistin vielen Abendteuern, Freunden und Feinden. Meistens findet sie dann einen Vertrauten und am Ende trifft er dann seine Familie/Freunde wieder. So auch wie hier.

Rosita ist Anfangs des Buches ein kleines Mädchen von vier Jahren. Man wird erstmal mit den Umständen konfrontriert in denen Rosita ab jetzt leben wird und besonders gut sind diese nicht, auch wenn es erst so scheint, da sich Rosita sehr wohl fühlt. Die Geschichte wird zwar von einem auktionalen Erzähler aus geschrieben, aber Rositas Gefühle kommen doch stark durch. Jedes Mädchen zwischen 11 und 13 wird sie vermutlich verstehen können und nachvollziehen, was sie spürt und weshalb manchen intensiv oder lieblos beschrieben wird. Die Geschichte geht weiter, Rosita wird älter. Sie lebt alleine mit ihrer Mutter in einem Ghetto, in welchem mittelalterliche Zustände herrschen. Brutalität ist häufig an der Tagesordnung, auch wenn Rosita nichts davon ahnt, da sie in ihrer eigenen kleinen Welt lebt, versteht man als Leser die Sorgen ihrer Mutter, denn häufig verschwinden Menschen einfach, die sich falsch geäußert haben oder die Regierung in Frage stellten. In diesem "Dorf" leben auch nur Menschen, die sich etwas zuschulde haben kommen lassen. Rositas Eltern haben zwar lediglich eine Biologische Entdeckung gemacht, aber die Regierung hatte Angst vor ihrem Verstand und trennte Vater und Mutter. Rosita und ihre Mutter wissen nicht wo ihr Vater ist, aber es ist offensichtlich, dass die Regierung ihn aus der Welt geschafft hat. Es gibt in dieser Welt zwar keine Magie, aber Klein-Rosita kommt es so vor, denn manchmal, wenn sie unbeobachtet sind, zaubert ihre Mutter nämlich heimlich. Dann holt sie eine Kiste hervor und züchtet und pflegt die Keimlinge darin, welche die letzten Reste der überlebenden Wildtiere sind, welche wir kennen und die Regierung als Gefährlich bekannt hat. Als Rositas Mutter ebenfalls weggebracht wird, weil sie wieder etwas gegen die Regeln tat ist Rosita am Boden verzweifelt. Ohne ihre Mutter kann sie nicht überleben, denkt sie, flieht aber mit der Kiste Keimlinge und versucht alles um mit ihrem Schatz, den sie mit ihrem Leben verteidigt und beschützt an ihr Ziel zu kommen. Die Stadt in der ihre Mutter vielleicht auf sie wartet und in der alles gut wird.

Eine lange Reise liegt vor dem Mädchen, das nicht mehr die gleiche ist, wie wir sie von den ersten Seiten an kannten. Die Schule auf die sie vorher geschickt wurde hat sie sehr abgehärtet und unabsichtlich geschult im klauen und verraten. Sie wurde von den Stadtkindern ausgegrenzt, arbeitete sich aber hoch, bis sie die Anführerin eines kleinen Imperiums war. Mittlerweile ist die kleine unschuldige, liebe, menschenfreundliche und niedliche Rosita einer starken, unabhängigen, intelligenten und gerissenen Schlehe gewichen, wie sie sich jetzt nennt. Ihre Reise durch die Schneelandschaft wäre besser und schneller, wenn sie nicht von einem Kopfgeldjäger verfolgt würde, aber Schlehe beißt sich durch!

Sehr fesselnder Science Fiction Thriller. Hat mir trotz dem Fakt, dass keine Liebesgeschichte vorkam, unglaublich viel Spaß gemacht zu lesen! Die ein oder andere wichtige Bio-Info kam auch vor und hat alles nur noch spannender gemacht! Auch wenn es ein sehr unbekanntes Buch ist, kann ich euch nur empfehlen zu lesen, denn es hält einen die gesamte Zeit über fest und auch wenn ich nur zwei Stunden für diese gut Dreihundert Seiten gebraucht habe (neuer Rekord!!) diese Zeit ist es mit jeder Seite wert. Auch den Schriebstil kann man nicht bemängeln, Ann Halam schreibt flüssig ihre Rosita und gleichzeitig den allwissenden Erzähler, sehr guter Job! Nicht skeptisch sein, versucht es einfach mal! Siberia war eine neue und spannende Science Fiction erfahrung für mich und ich würde sie gerne mit euch teilen können, also traut euch!

Von 10 super niedlichen Lindquists vergebe ich 7!

Cuio Vaé, Nathalie!

 
 
 

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