BETA - Rachel Cohn
- 18. März 2016
- 3 Min. Lesezeit

Alaé Mellyn!
Vor ein paar Tagen habe ich hier BETA angekündigt, einen Science Fiction Roman von Rachel Cohn. Zwischenzeitlich war es, hauptsächlich zum Anfang hin ein wenig langweilig und anstrengend zu lesen aber das wurde mehr als schnell wieder aufgeholt! In BETA geht es um die namengebende BETA Elysia, welche auch vorn auf dem Cover abgebildet ist. Als Science Fiction Story befinden wir uns in naher oder ferner Zukunft, das klonen von Menschen ist möglich geworden, jedoch nur von toten Menschen, da die Seele "unklonbar" ist. Eine Beta ist das erste Modell einer sogenannten First, welche der Mensch ist oder besser, war. Elysia ist eine der ersten Teenager Klone, die Menschen haben es bisher vermieden, Teenager zu klonen, denn Klone sollen ja gefühllose Maschienen sein, die den Menschen dienen. Das allein ist ihr Zweck. Klone haben keine Empfindungen, sie bekommen alles diktiert von einem kleinen Chip in ihrem Körper, dieser Chip sagt ihnen welcher Gesichtsausdruck gerade angebracht ist oder welche Worte sie jetzt sagen sollen. Natürlich können sie auch von sich aus sprechen, aber es ist leichter auf den Chip zurückzugreifen. Der Chip enthält auch eine Datenbank, die in den meisten Fällen sehr hilfreich ist und äußerst viele Informationen beinhaltet. Die Story spielt auf der magischen, perfekten Luxusinsel Demesne, auf welcher die superreichen Menschen im Überfluss leben und sich von den Seelenlosen Klonen bedienen lassen, was für eine fantastisch grausame Idee für eine Klon-Dystopie!
Im ersten Teil des Buches wir einfach nur beschrieben, wie perfekt alles ist und sogar die Luft auf der Insel ist chemikalisch verändert, damit alle sich wohlfühlen. Schon ein wenig abartig oder? Elysia, die Protagonistin mit dem perfekten Körper ohne Gefühle hat vor nichts mehr Angst, als davor für defekt erklärt zu werden. Defekte Klone haben nämlich Gefühle und sind somit tote Klone, sobald es ans Licht kommt.
Elysia lebt bei einer Familie, die erst relativ in Ordnung erscheint, aber man lernt sie im Laufe des Buches zu hassen, weil sie sich sehr schrecklich den Klonen gegenüber verhalten und Elysia deutlich klarmachen, dass sie perfekt zu sein hat, weil sie sonst schlimmeres als der Tod erwartet. Bald entdeckt sie jedoch Erinnerungen an ihre First und deren Liebhaber in ihrem Kopf und macht sich langsam klar, dass sie defekt ist. Immer mehr Gefühle versucht sie zu analysieren und als sie den geheimnisvollen Tahir trifft und somit die Liebe entdeckt wird ihr klar, dass sie diesen Geheimnis auf jeden Fall hüten muss, wie ihren Augapfel.
Glücklicherweise wird sie von Tahirs Familie "gekauft" und kann sich zusammen mit Tahir, welcher sich als verheimlichter Klon herausstellt ausleben. Beide sind auf Wolke Sieben und Elysia versucht alles um ihm die schönheit der Gefühle nahezubringen, aber bald muss sie fliehen, denn ihr Geheimnis droht enttarnt zu werden.
Dann das Ende, was mich wahnsinnig gemacht hat. Tahir ist leicht auszutauschen und ihre "wahren Gefühle" scheinen doch einem anderen zu gehören. Ihr "Bruder" der Familie, welche sie zuerst kaufte vergeht sich an ihr und zwischen den Zeilen kann man etwas von Klonfolter, Drogen und einer Revolte lesen, welche von Defekten Klonen angeführt ist.
Gute Grundidee, aber gegen Ende wurde das Potenzial überhaupt nicht mehr ausgeschöpft und viele meiner Fragen blieben unbeantwortet. Sollte der zweite Teil in Deutschland erscheinen, werde ich ihn lesen. Leider kann ich nur fünf von zehn Inseln vergeben.
Cuio Vae, Nathalie!
Kommentare